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Geschichte

Mit dem Schuljahr 1990/91 startete im Gebäude der Bundesfachschule für wirtschaftliche Berufe eine zweijährige Ausbildung für die Arbeit im Alten- und Behindertenbereich, die völlig neu strukturiert und österreichweit einzigartig war. Die neu gegründete Fachschule für soziale Betreuung des „Trägervereins zur Errichtung und Erhaltung einer privaten Fachschule für soziale Betreuung Pinkafeld“ sollte die speziellen Bedürfnisse des Burgenlandes abdecken, entwickelte sich aber in der Folge zu einem Vorreiter der heutigen Ausbildungen im Sozialbereich in Österreich.

Entstanden war die Idee aus einem Projekt der Bundesfachschule für wirtschaftliche Berufe im Jahr 1989 mit dem Titel „ Das Land hat Zukunft“. Dabei ging es um die Entwicklung des ländlichen Raumes und es wurde der Bundessieg erreicht. Medizinische Versorgung und Altersstruktur des Südburgenlandes wurden dabei erhoben und gaben den Anstoß für die Idee der damaligen Direktorin STR Ingrid Bernhard, den Schulstandort durch eine neue Ausbildung in der Altenarbeit abzusichern.

Der engagierte junge Lehrkörper ließ sich schnell begeistern und so wurde Kontakt mit
Institutionen und Personen aufgenommen, die für die Realisierung der Idee hilfreich sein konnten.

Hofrat Dr. Alfred Kranich war als Präsident des Vereins zu Förderung der HTBL Pinkafeld (heute Verein zur Förderung der Schulen in Pinkafeld) schon einmal erfolgreich Motor einer Schulgründung (Bundesfachschule für wirtschaftliche Berufe) und als ehemaliger Landtagsabgeordneter und Bürgermeister der Stadt Pinkafeld hatte er viele Kontakte und war bestens versiert im Umgang mit Behörden.

Hofrat Dr. Günter Engelbrecht hatte damals die Leitung der Abteilung „Gesundheits- und Sozialwesen“ im Amt der Bgld. Landesregierung inne und war für die neue Idee sofort Feuer und Flamme und unterstütze das Projekt mit all seiner Energie und seinem Einfluss.

Die Abteilung für Humanberufliche Schulen im Bundesministerium für Unterricht wurde von MR Dr. Walter Bernhart geleitet, der sich ebenfalls von Beginn an hinter das Projekt stellte, eine neue Schulform mit einem einzigen Standort zu kreieren.

In der Gründungsphase, die etwa 1,5 Jahre dauerte, wurden Experten aus dem fachlichen Umfeld  ins „Projektboot“ geholt und viel getagt. Die revolutionäre Idee, Altenarbeit (inkl. Pflegehilfe) mit Behindertenarbeit zu verknüpfen, tauchte damals auf und wurde in das Konzept übernommen – so entstand das „Pinkafelder Modell“ der sozialberuflichen Ausbildung.

Letztendlich musste ein Trägerverein gegründet werde, der die Privatschule erhalten und führen sollte.
Dies war notwendig, da die entsprechenden Kompetenzen im Sozialbereich – wie die Berufsbilder und Ausbildungsrichtlinien -  in  der Hand der Länder liegen und der Bund deshalb keine eigenen Ausbildungsstätten führte.
Diesem Verein gehören der Bund, das Land Burgenland und der Verein zur Förderung der Schulen in Pinkafeld als ordentliche Mitglieder an.
Per Vertrag wurde der Privatschule das Recht eingeräumt, Räumlichkeiten und Infrastruktur der Bundesfachschule zu benützen.

In den ersten Jahren waren die beiden Schulen im gleichen Haus  und unter derselben Leitung – STR Ingrid Bernart – auch personell stark miteinander verknüpft.
Buchstäblich Tag und Nacht setzte sich die Gründungsdirektorin für ihre Schöpfung ein und nach drei Jahren hatte sich die neue Unikatsschule einen festen Platz in der burgenländischen Bildungslandschaft erkämpft. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten konnte man bald nur noch einen Teil der Interessenten aufnehmen.

Nachdem STR Ingrid Bernhart mit Ende des Schuljahres 1994/95 in den Ruhestand trat, wurden die Schulen provisorisch von Prof. Mag. Johann Marth geleitet, bis ab dem 12.2.1996 Prof. Mag. Eduard Posch neuer Direktor wurde.
Im Sommer 1997 kam es zur Trennung der beiden Schulen und seit dem 1.9.1997 liegt die Leitung der Fachschule für soziale Betreuung Pinkafeld in der Hand von Prof. Mag. Karl Hirt.

Bis zum Schuljahr 2000/01 wurden jeweils zwei Klassen geführt. Die Studierenden schlossen nach einer kommissionellen Abschlussprüfung als Altenfachbetreuer/innen, Behindertenbetreuer/innen und Pflegehelfer/innen ab.
Im September 1999 startete die erste Klasse mit einem neu entwickelten Lehrplan und Statut. Jetzt war es möglich, ein Diplomjahr anzuhängen und dann als Dipl. Behindertenpädagoge bzw. Behindertenpädagogin abzuschließen

Ab dem Schuljahr 2002/03 wird eine Berufstätigenform geführt: ein Diplomjahrgang für ehemalige Absolvent/innen der zweijährigen Ausbildung in Pinkafeld, der im Juni 2004 abschloss.
Im Schuljahr 2006/07 begann ein erster Jahrgang in der Berufstätigenform seine Ausbildung und damit wurde ein bis heute andauernder Aufschwung mit jährlichen Rekorden bei Studierenden- und Klassenzahlen eingeleitet.

Im Unterschied zur Vollform war die Berufstätigenform eine klassische LHB (Lehranstalt für heilpädagogische Berufe).

Ebenfalls ab 2006/07 wurde in den Räumlichkeiten der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe Güssing die zweijährige Vollform in dislozierten Klassen begonnen – eine neue Herausforderung.

Ein lange gehegter Wunsch aller humanberuflichen Sozialschulen nach einer Harmonisierung der Lehrpläne in allen Bundesländern und bundesgesetzlich geregelten Berufsbildern in den Bereichen Familien-, Alten- und Behindertenarbeit wurde mit einer Vereinbarung nach Artikel 15a BVG im Juni 2005 Realität.
Die in der Folge von den einzelnen Bundesländern erlassenen Sozialbetreuungsberufegesetze regeln nun die „neuen“ Berufe „Fach- bzw. Diplomsozialbetreuer/in“ mit vier möglichen Schwerpunkten:
Familienarbeit (mit Pflegehilfe)
Altenarbeit (mit Pflegehilfe)
Behindertenarbeit (mit Pflegehilfe)
Behindertenbegleitung (mit dem Modul „Unterstützung in der Basisversorgung UBV).

Außer Familienarbeit werden derzeit alle Schwerpunkte angeboten.

Klassenzahl 2009/10: 9                                      Studierendenzahl: 291


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